Eisen Döring Berlin Presse

Der RBB auf dem Kaiserdamm

Solange es den Kaiserdamm gibt, ist Eisen-Döhring hier zu Hause. Seit 111 Jahren besteht jetzt schon dieses Familienunternehmen mit einem so großen Angebot, wie man es nur aus Baumärkten kennt. Prominenteste Kundin ist Heidi Hetzer. Alteingesessen ist auch das Hotel Brandis. Sybille Brandis managt das Gästehaus, Mutter Lilli und Tante Evi unterstützen sie.  der Kaiserdamm inspiriert Modedesignerin Tutu Wagner. Die gebürtige Berlinerin arbeitet und wohnt hier.

Hier geht es zum Video-Beitrag vom RBB:
http://www.rbb-online.de/heimatjournal/archiv/ulli-zelle-ueberblickt-den-kaiserdamm.html

Abschiedstorte für Eisen Döring

Abschiedstorte für Eisen Döring

Abschiedstorte für Eisen Döring

Gleich nebenan„, die beliebteste Serie der Abendschau, hat die Ziellinie erreicht. 10 Jahre lang haben wir Ihre Lieblingsläden im Kiez besucht. Fast alle Geschäfte haben daraufhin noch mehr Stammkunden bekommen. Zum Abschied hat Anni Dunkelmann bei einigen Serien-Stars noch einmal vorbeigeschaut.

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Eisen Döring bei radioberlin Coffee Break

RBB Online – Coffee Break – Eisen Döring 110 Jahre

radioberlin

RBB Online ist bei Eisen Döring (zum Coffee Break) – Mitschnitt vom 26.10.2016

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Eisen Döring Berlin Presse

Eisen Döring am Kaiserdamm wird hundert Jahre alt / Am Sonntag der offenen Tür: Mausefallen und Kochtöpfe

Aus der Berliner Zeitung, am 30.09.2016 von Birgitt Eltzel.

Bis an die Decke reichen die Regale mit Messern, Schrauben und Dübeln, Kochtöpfen, Einweckgläsern, Briefkästen oder Malerbürsten. Was immer man im Haushalt braucht – von der Glühbirne bis zum Rasenmäher oder zur nostalgischen Zinkwärmflasche – am Kaiserdamm 17 bekommt man es.

„Eisen-Döring hat alles“ heißt seit hundert Jahren der Werbeslogan. Mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag von 12 bis 17 Uhr feiert die Firma ihr Jubiläum.Großformatige Fotos aus den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, der Wirtschaftswunder- und West-Berliner Zeit schmücken den Laden. Ein altes Schwarz-Weiß-Porträt zeigt eine junge Frau im hochgeschlossenen Sonntagsstaat und einen Mann im schwarzen Anzug: Käthe und Otto Döring, die Firmengründer, eröffneten am 1. Oktober 1906 ein Eisenwarengeschäft in Rixdorf. 1962 kaufte Sohn  Bruno dann den Laden am Kaiserdamm. Dort befand sich vorher auch ein Fachgeschäft für Eisenwaren, gegründet ebenfalls 1906. „So können wir jetzt unser Firmenjubiläum und  gleichzeitig das hundertjährige Bestehen des Ladens feiern“, sagt Helmut Döring (60), der das Geschäft gemeinsam mit seiner Frau Renate (59) in dritter Generation führt. Auch die vierte Generation Döring steht schon hinterm Ladentisch: Juniorchef ist Sohn Frank (37), ein ausgebildeter Einzelhandelskaufmann.Rund 30 000 Artikel hat Eisen-Döring vorrätig. „Gibt’s nicht, gibt es nicht“, sagt Helmut Döring. Was immer der Kunde begehre, es werde besorgt. Vieles hat er im Lager, denn Platz ist genug. Schließlich gehört das Gründerzeithaus der Familie. In den Kellerräumen sind schon jetzt  Dutzende von Rodelschlitten gestapelt. Aber auch etliche Typen von Edelstahl-Grills stehen noch da.

Und es gibt Mausefallen in verschiedenen Ausführungen. Die werden oft verlangt, sagt Döring, ebenso Fallen für Lebensmittelmotten. Dass sich die Schädlinge im gutbürgerlichen Charlottenburg herumtreiben, erklärt er damit, dass viele Leute dort „bis zu zehn Sorten leckeres Müsli im Schrank haben“. Das locke eben.“Bei uns kauft der Kiez“, sagt der Firmenchef, der seit anderthalb Jahren auch Vorsitzender der Interessengemeinschaft Kaiserdamm ist. Manchmal kommen die Kunden aber auch von weiter her. „Sogar aus Marienfelde“, erzählt Helmut Döring.

Das seien Leute, die eine gute persönliche Beratung zu schätzen wüssten. Angst, dass seine Kunden in die Baumärkte abwandern, hat Döring nicht: „Bei uns bekommen sie das, was sie dort vergeblich suchen.“ Auch eine einzelne Schraube, nicht bloß Großpackungen. Und wenn die Not ganz groß ist und einer mit der Bohrmaschine partout kein Loch in die Wand kriegt, hilft auch mal ein Mitarbeiter von Eisen-Döring aus. Michaela van Melis, die im Haus wohnt und dort auch eine Anwaltspraxis betreibt, schätzt das: „Man kann mit allen Problemen
kommen und es wird einem immer geholfen.

Eisen Döring Berlin Presse

So alt wie der Kaiserdamm: Helmut Döring feiert das 110-jährige Bestehen seines Ladens

So alt wie der Kaiserdamm: Helmut Döring feiert das 110-jährige Bestehen seines Ladens

Ein Bericht von der Berliner Woche am 22.09.2016 von Thomas Schubert.

Was wäre Berlin ohne lebendige Einkaufsstraßen und attraktive Geschäfte? Doch der Wandel im Handel hinterlässt Spuren. Damit der lokale Einzelhandel eine Zukunft hat, engagieren sich zahlreiche Geschäftsleute. Im Rahmen der Aktion „Das geht uns alle an!“ stellt die Berliner Woche ein Beispiel vor.

Ja, es geschieht immer noch. Es begibt sich, dass die Tür aufschwingt und ein Kunde hereinkommt, der etwas anderes anzubieten hat als Geld. „Eisenwaren werden zum Schleifen angenommen“, besagt das Schild am Tresen. Und der ist so alt ist wie der Laden selbst. 110 Jahre. Eisen Döring am Kaiserdamm, das ist ein Geschäft, gestählt durch Geschichte.

Dieser Laden also ist Helmut Dörings Leben. So wie er für seinen Vater Bruno war. Und für Großvater Otto, den wackeren Gründer. So wie er es für Helmuts Sohn Frank sein könnte, sofern das Geschäftsmodel auch künftig trägt. In Kriegen und Krisen und Aufschwungjahren waren die Dörings dank ihres Rundum-sorglos-Sortiments Retter in der alltäglichen Not. Sie lieferten Hämmer und Nägel für eine Käuferschaft, die aus dem ganzen Stadtgebiet kam. Und kommt. Seit Kaisers Zeiten gilt man als Grundversorger mit allem, was praktisch ist. Expertise in einem eisenharten Business. Lieferant der Heimwerker seit 1906.

Wenn man Eisen Döring einem jungen, zugezogenen Berliner erklären müsste, könnte man sagen: Das ist ein Baumarkt im Spätkauf-Format. Und tatsächlich: Der Laden öffnet sich im Alter von 110 Jahren einer Zielgruppe, die vielleicht gar nicht mehr weiß, was es mit Eisenwarenläden für eine Bewandtnis hat. In der Interessengemeinschaft Kaiserdamm kamen Helmut Döring, der lange Zeit erster Vorsitzender war, und seinem Nachfolger Wolfgang Jarnot eine Idee. Was wäre, wenn Touristenbusse an diesem urigen Shop halten könnten? „Sie fahren hier sowieso vorbei unterwegs zum Olympia Stadion“, hat der Kaufmann schon festgestellt.

Jedenfalls traute man sich, die Tourismus-Werber von Visit Berlin auf die Einmaligkeit des Ladens hinzuweisen. Er entstand sozusagen unter Aufsicht des Kaisers, so wie die gesamte Bebauung an der mächtigen Straße. Nur gehörte er bis 1962 einem anderen Eisenwaren-Händler. Doch Dörings Geschäft gibt es ebenfalls seit 1906. Allerdings begann die Geschichte des Familienbetriebs an früheren Standorten in Neukölln. Dort schickte sich auch der junge Helmut an, das Werk seines Großvaters und Vaters in die Zukunft zu lenken. „Mit elf Jahren stand ich das erste Mal am Tresen“, erinnert sich der Dauerbrenner. Nach der Übernahme des Ladens am Kaiserdamm erfüllte sich sein Schicksal. Und heute? Da führt er mit 70 noch immer selbst Buch, während Sohn Frank als Mitinhaber die Bestellung übernimmt.

„Unsere Kinder sind im Laden aufgewachsen“, brummt Döring. Solch einen Laden zu führen, das ist eher Lebenszweck als Beruf. Eisen Döring kann vieles und hat fast alles. Man geht auch mit der Zeit. Nur nicht online. Das heißt, eine Homepage hat der Laden inzwischen schon. Nur die Shopfunktion ist nach einigen Experimenten wieder verschwunden. „Wenn jemand eine 2000 Euro-Kaffeemaschine am Bildschirm kauft und bei Nichtgefallen zurückschickt, bleibt der Verkäufer darauf sitzen. Dieses Risiko möchten wir nicht mehr eingehen“, erklärt der Geschäftsmann. „Lieber etwas ruhiger verkaufen. Lieber etwas sicher.“ Lieber analog.

Aus Überzeugung setzen Helmut und Frank Döring wieder zu 100 Prozent auf persönlichen Kundenkontakt. Man erklärt und berät Aug in Aug am Jugenstil-Tresen. Der Kaiserdamm, diese gewaltige achtspurige Magistrale, 2,5 Kilometer lang und 80 Meter breit, verfügt nicht mehr über allzu viele Läden, in denen das wichtig ist. Etwa 25 von ihnen organisieren sich in der hiesigen Interessengemeinschaft, wobei dort auch ein Neuling Netzwerkarbeit leistet: Die BMW-Hauptniederlassung an der Ecke Messedamm.

Neben diesem Riesenbau nimmt sich das Lädchen auf der anderen Seite der Kaiserdammbrücke fast niedlich aus. Das ermuntert zur Plauderei. „Man hört hier ständig die Lebensgeschichte der Kunden“, freut sich Renate Döring, die Dame des Hauses, über familiäre Stimmung. Ja, bei Eisen Döring gibt es noch so etwas wie eine Stammkundschaft. Ob es an den persönlichen Weihnachtskarten für treue Käufer liege? Oder am Vorrat von seltenen, aber wichtigen Gebrauchsgütern?

Glühbirnen mit 150 Watt und mehr. Alt-Berliner Wohnungsschlüssel. Antike Ersatzteile. Döring hortet das eine im doppelstöckigen, eigenhändig sanierten Keller. Das andere fertigt man auf Wunsch neu an. Was sich in diesem Kunterbunt der Dinge am besten verkauft? Mausefallen. Messer. Glühbirnen. In dieser Hinsicht ist 2016 eben noch ein wenig 1906. tsc

Am Sonnabend, 1. Oktober, von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag, 2. Oktober, von 10 bis 18 Uhr feiert Eisen Döring, Kaiserdamm 17, mit Freunden und Kunden bei Freibier, Sekt und Schlemmereien den 110. Geburtstag des Ladens. Kunden genießen in den Jubiläumstagen 15 Prozent Rabatt.

Gestählt in 110 Jahren: Eisen-Döring

Gestählt in 110 Jahren: Eisen-Döring

Manche Dinge sind aus Berlin nicht wegzudenken. Es würde schmerzen, wenn sie ganz verschwänden. Dazu gehört der Laden der Dörings am Kaiserdamm. VON CAROLIN BRÜHL, Berliner Morgenpost, 29.09.2016

Gestählt in 110 Jahren: Eisen-Döring

Denny Marquardt, Daniel Strenger, Frank Döring, Renate Döring und Helmut Döring (v.l.) beraten die Kunden im Geschäft. Foto: Christian Kielmann

Ein Mann betritt das Geschäft und verlangt einen Kaffeefilter. Er schaut dabei ein bisschen zweifelnd, ob denn so etwas heute noch verkauft würde. Der junge Mitarbeiter hinter dem Trese denkt keine Sekunde nach. Er verschwindet hinter einem Regal und nicht einmal eine Minute später hat der Kunde, was er wollte. In einem Baumarkt wäre man in dieser Zeit noch nicht einmal mit Durchlesen der Infotafel fertig.

Wunderladen voller Töpfe, Mausefallen und Schrauben

Eisen-Döring ist einer dieser Wunderläden voller Emaille-Töpfe, Dosen, Besen, Schrauben, Beschläge, Austernbrecher, Gartenmöbel oder Duschköpfe, die uns immer wieder verlocken, hineinzugehen und nach Dingen zu fragen, von denen wir annehmen, dass sie so nicht oder nicht mehr erhältlich sind: Glasteekannen ohne bunten Blumenaufdruck, Geschirrtücher aus reinem Leinen, weil es nicht so fusselt beim Gläser-Abtrocknen oder eben einen Kaffeefilter, wie ihn Bentz 1908 entwickelte, und deren Kaffeebrühmethode nach Jahren der Pads und Kapseln jetzt wieder in Mode kommt.

Moden hat das Unternehmen Eisen-Döring schon viele gesehen und alle überlebt. Die Firma gib immerhin ja auch schon zwei Jahre länger als den Melitta-Kaffeefilter. Das Sortiment hat sich in 110 Jahren unternehmerischen Tuns verändert, vieles ist auch geblieben. „Bezahlt ist alles bis auf die letzte Schraube“, sagt Helmut Döring. Auf Pump kaufen ist nicht Sache der Dörings. Und vielleicht ist es gerade diese Solidität, die das Unternehmen so alt hat werden lassen.

Helmut Döring übernimmt das Geschäft 1971

Helmut Döring hat das Unternehmen 1971 in dritter Generation von seinem Vater Bruno übernommen. Angefangen hatte aber schon sein Großvater Otto Döring mit einem Geschäft für Eisenwaren und Haushaltsgeräte am 1. Oktober 1906 im Neuköllner Stadtteil Rixdorf. Die Firmenchronik hält fest, dass die erste Kundin dort einen Kochtopf kaufte. Nicht festgehalten ist indes, wie der aussah. „Viele Leute kauften sich damals die ersten Elektroherde, dafür wollten sie auch neue Töpfe“, sagt Helmut Döring.

Die Dörings überlebten Krisen und Kriege. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Unternehme fast vor dem Nichts. Die Lager waren ausgeraubt oder vernichtet. Bruno Döring, der 1925 in das Familienunternehmen eingetreten war, gelang es aber, das Geschäft und das Sortiment so auszubauen, dass es nahezu alle branchenüblichen Artikel umfasste. Noch heute führt die Familie den Slogan: „Döring hat alles!“

Haus am Kaiserdamm in Familienbesitz

In Charlottenburg begann die Geschichte von Eisen-Döring 1962, als Bruno Döring das Eisenwarengeschäft Julius Walter am Kaiserdamm 17 hinzukaufte. Das Neuköllner Geschäft wuchs von seinem Bruder Oskar weitergeführt. Das Fachgeschäft am Kaiserdamm, das ebenfalls schon seit 1906 existierte, wurde in den Folgejahren umgebaut und erweitert. „Wir sind froh, dass mein Vater damals so weitsichtig war, das Haus hier am Kaiserdamm zu kaufen, als es angeboten wurde“, sagt Helmut Döring und fügt mir leiser Wehmut hinzu: „Müssten wir für unsere Räume haben die ortsübliche Miete zahlen, wäre es allerdings heutzutage ziemlich schwer, mit einem solchen Laden zu überleben.“ Seine Frau Renate, die ebenfalls in der Firma arbeitet, nickt. Vor allem die großen Baumärkte und das Internet sind die Konkurrenten dieser immer seltener werdenden Geschäfte, wie sie die Dörings betreiben. Doch ganz verstehen will Helmut Döring diese Konkurenz nicht. „Wer zu uns mit einem Anliegen kommt, wird kompetent beraten, und ist in der Regelschneller und mit genau dem Gegenstand hier raus, den er wirklich will und braucht.“

Sohn Frank in vierter Generation im Geschäft

Und gebraucht wird Döring vor allem immer dann, wenn etwas benötigt wird, das es nicht einfach von der Stange gibt: historische Berliner Haus- oder Türschlüssel, Mausefallen, Glühbirnen, die in die Fassungen alter Lampen passen oder Beschläge für ein antikes Möbelstück. Vieles davon lagert die Familie im mehrstöckigen Keller. Was in diesem Sammelsurium nicht zu finden ist, wir angefertigt oder bestellt.

An ihrer Tradition will die Familie festhalten. Seit 2012 ist nämlich nun auch der älteste Sohn Frank selbst schon zweifacher Familienvater, in vierter Generation Teilhaber bei Eisen-Döring und stehen neben seinen Eltern ebenfalls hinter dem Jugendstil-Ladentisch aus der Gründerzeit. Selbst Mitarbeiter Denny Marquardt ist schon seit 20 Jahren im Dienst der Dörings und der Fünfte im Geschäft am Kaiserdamm 17, Daniel Strenger, auch schon seit zehn Jahren.

Nachbarn kommen zum Plaudern

Der Kaiserdamm, diese gewaltige, 2,5 Kilometer lange und achtspurige Magistrale, wird wie der döringsche Eisenwarenladen im Oktober ebenfalls 110 Jahre alt. Es gibt nicht mehr viele Geschäfte in denen Kunden und Ladeninhaber noch so einen engen Kontakt pflegen. „Viele Nachbarn kommen zu uns ja auch einfach einmal zum Plauschen herein, manchmal bleiben auch neue Kunden ein Weilchen und erzählen uns ihre ganze Lebensgeschichte“, sagt Renate Döring. Ihr Firmenjubiläum wollen die Dörings am 1. und 2. Oktober gebührend feiern. Einige Hersteller präsentieren ihre Produkte bei Vorführungen und die Familie hat 150 historische Fotos vom Kaiserdamm sowie an Büromaschinen im Laden verteilt und lädt bei Freibier und Sekt zu einer Zeitreise ein.

Eisen Döring - Unkaputtbar - 110 Jahre Eisen Döring

Bei Eisen Döring gibt’s fast alles – seit 110 Jahren

Es ist eines der letzten Geschäfte seiner Art: Eisen Döring feiert sein 110. Jubiläum. Ein Besuch im Familienbetrieb am Kaiserdamm. VON CAY DOBBERKE

Bei Eisen Döring gibt's fast alles – seit 110 Jahren

Familiensache. Renate und Helmut Döring vor ihrem Haushaltswarenladen am Kaiserdamm. FOTO: THILO RÜCKEIS

Wer sich in den drei Etagen von Eisen Döring am Charlottenburger Kaiserdamm 17 umschaut, fragt sich bald, was es in dem 110 Jahre alten Geschäft eigentlich nicht gibt. Zum Sortiment gehören Messer, Töpfe, Blumenzwiebeln, Küchengeräte, Wäschetrockner, Hollywoodschaukeln, Gartenstühle und Plastik-Swimmingpools, Sanitärbedarf, Schubkarren, aber auch Rodelschlitten und Rollatoren sowie Schlüssel, von denen manche noch in Türen aus der Gründerzeit passen. Auch klassische Glühbirnen gibt es noch, weil Familie Döring große Restbestände eingelagert hat. „So nah, so gut und hat alles…“, lautet ihr Werbeslogan, der natürlich nicht ganz stimmt, aber doch treffend ist.

Gegründet in Rixdorf

An diesem Wochenende feiern Renate, Helmut und Frank Döring das Jubiläum ihres Eisen- und Haushaltswarenladens. Mit 110 Jahren ist dieser ebenso alt wie der Kaiserdamm. Allerdings entstand der Familienbetrieb nicht dort, sondern wurde 1906 von Otto Döring in Rixdorf – dem heutigen Neukölln – gegründet. Sein Sohn Bruno führte in den 1950er Jahren auch eine Filiale mit landwirtschaftlichen Geräten. 1962 eröffnete das Geschäft am Kaiserdamm, Helmut Döring übernahm es 1971 – zusammen mit seiner Frau Renate, die er drei Jahre zuvor kennengelernt hatte. Sie hatte im Büro eines Kartoffelgroßhändlers gearbeitet und „nicht geahnt, dass ich mal einen Laden führen würde“.

Bald feiert man auch das Kaiserdamm-Jubiläum

Inzwischen ist Helmut Döring 71 Jahre alt, seine Frau 69. Seit 2012 führt ihr Sohn Frank, 47, das Geschäft als Teilhaber. Aber auch die Seniorchefs stehen in der Regel noch täglich hinter dem hölzernen Jugendstil-Verkaufstresen. Helmut Döring leitete lange auch die IG Kaiserdamm mit rund zwei Dutzend Mitgliedern, nun ist er Vize-Vorsitzender. Seine Idee waren die Seifenkistenrennen auf dem Kaiserdamm. „Leider werden sie nicht mehr genehmigt“, sagt er. Denn für Aufbauarbeiten habe man die Fahrbahn in Richtung Avus je drei Tage lang sperren
müssen.

Zu den Aktivitäten der Straßengemeinschaft gehört die Bepflanzung von Baumscheiben am Gehwegrand – und die Vorbereitung eines Kaiserdamm-Geburtstagsfests am 29. und 30. Oktober mit verkaufsoffenem Sonntag, Führungen, einem „Rätselparcours“, Musik und weiteren Attraktionen. Geplant ist auch eine historische Fotogalerie in allen Schaufenstern und Foyers der Häuser. Dafür steuert Helmut Döring alte Fotos der Straße bei. Eine Auswahl zeigt er bereits zum Firmenjubiläum im Geschäft.

Der Umsatz ist gesunken

Nicht nur die Chefs halten dem Laden die Treue, auch die zwei Angestellten arbeiten dort schon seit 20 und zehn Jahren. Obwohl der Kaiserdamm heute stark vom Verkehr geprägt ist, sagen Renate und Helmut Döring, sie seien „stolz, an der schönsten Prachtstraße unserer Stadt unser Geschäft zu haben“. Die Eheleute wohnen auch im selben Haus, das Dörings Vater einst gekauft hatte. Deshalb mussten sie nie Mietererhöhungen für den Laden fürchten. Außerdem ist die Vermietung einiger Wohnungen in dem Altbau eine willkommene Einkommensquelle. Denn das Geschäft läuft nicht mehr so gut wie früher. Das liege zum Teil am Onlinehandel, sagen Renate und Helmut Döring. Statt gleich vorbeizukommen, „rufen viele Kunden erst einmal an, fragen nach Preisen und surfen im Web“.

Spürbare Folgen hatte auch die Eröffnung einer „Bauhaus“-Filiale in Halensee vor rund drei Jahren. Besonders bei Gartengeräten mache der Baumarkt dem Traditionsbetrieb starke Konkurrenz, klagt Familie Döring. Ein Wettbewerbsvorteil des Baumarktes ist dessen großer Parkplatz – am Kaiserdamm hingegen ist es tagsüber schwierig, eine Parklücke zu finden. Helmut Döring und seine Frau genießen es, nun auch mal Zeit für Reisen zu haben. Denn als sie den Laden noch alleine führten, hatten sie kaum Freizeit. „Was ist denn Urlaub?“, habe der Schwiegervater sie einst gefragt, erinnert sich Renate Döring.

Haushaltswarenläden sind heute eine Rarität

Eine ähnlich bekannte Eisen- und Haushaltswarenhandlung in Charlottenburg ist C. Adolph am Savignyplatz. Dieser Laden ist noch sogar noch acht Jahre älter – aber auch viel kleiner. Beide Geschäfte ziehen Kunden aus ganz Berlin an. Denn wo sonst wird man bei Bedarf ausführlich beraten oder bekommt Schrauben noch einzeln und nicht nur im Hunderterpack? Haushaltswarengeschäfte sind stadtweit rar geworden, und Kaufhäuser haben ihre entsprechenden Abteilungen verkleinert oder aufgegeben. Daran denken die Dörings noch lange nicht.

– Das Firmenjubiläum feiert Eisen Döring (www.eisen-doering.de) am 1. Oktober (9- 18 Uhr) und 2. Oktober (10-18 Uhr, Verkauf ab 13 Uhr) am Kaiserdamm 17 mit Musik, Essen und Getränken, Sonderpreisen, einer Fotoausstellung und Produktvorführungen. Informationen zum Kaiserdamm-Jubiläumsfest am 29. und 30. Oktober gibt es unter www.kaiserdamm-berlin.de.

Eisen Döring Chronik 2016

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