Eisen Döring am Kaiserdamm wird hundert Jahre alt / Am Sonntag der offenen Tür: Mausefallen und Kochtöpfe

Aus der Berliner Zeitung, am 30.09.2016 von Birgitt Eltzel.

Bis an die Decke reichen die Regale mit Messern, Schrauben und Dübeln, Kochtöpfen, Einweckgläsern, Briefkästen oder Malerbürsten. Was immer man im Haushalt braucht – von der Glühbirne bis zum Rasenmäher oder zur nostalgischen Zinkwärmflasche – am Kaiserdamm 17 bekommt man es.

„Eisen-Döring hat alles“ heißt seit hundert Jahren der Werbeslogan. Mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag von 12 bis 17 Uhr feiert die Firma ihr Jubiläum.Großformatige Fotos aus den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, der Wirtschaftswunder- und West-Berliner Zeit schmücken den Laden. Ein altes Schwarz-Weiß-Porträt zeigt eine junge Frau im hochgeschlossenen Sonntagsstaat und einen Mann im schwarzen Anzug: Käthe und Otto Döring, die Firmengründer, eröffneten am 1. Oktober 1906 ein Eisenwarengeschäft in Rixdorf. 1962 kaufte Sohn  Bruno dann den Laden am Kaiserdamm. Dort befand sich vorher auch ein Fachgeschäft für Eisenwaren, gegründet ebenfalls 1906. „So können wir jetzt unser Firmenjubiläum und  gleichzeitig das hundertjährige Bestehen des Ladens feiern“, sagt Helmut Döring (60), der das Geschäft gemeinsam mit seiner Frau Renate (59) in dritter Generation führt. Auch die vierte Generation Döring steht schon hinterm Ladentisch: Juniorchef ist Sohn Frank (37), ein ausgebildeter Einzelhandelskaufmann.Rund 30 000 Artikel hat Eisen-Döring vorrätig. „Gibt’s nicht, gibt es nicht“, sagt Helmut Döring. Was immer der Kunde begehre, es werde besorgt. Vieles hat er im Lager, denn Platz ist genug. Schließlich gehört das Gründerzeithaus der Familie. In den Kellerräumen sind schon jetzt  Dutzende von Rodelschlitten gestapelt. Aber auch etliche Typen von Edelstahl-Grills stehen noch da.

Und es gibt Mausefallen in verschiedenen Ausführungen. Die werden oft verlangt, sagt Döring, ebenso Fallen für Lebensmittelmotten. Dass sich die Schädlinge im gutbürgerlichen Charlottenburg herumtreiben, erklärt er damit, dass viele Leute dort „bis zu zehn Sorten leckeres Müsli im Schrank haben“. Das locke eben.“Bei uns kauft der Kiez“, sagt der Firmenchef, der seit anderthalb Jahren auch Vorsitzender der Interessengemeinschaft Kaiserdamm ist. Manchmal kommen die Kunden aber auch von weiter her. „Sogar aus Marienfelde“, erzählt Helmut Döring.

Das seien Leute, die eine gute persönliche Beratung zu schätzen wüssten. Angst, dass seine Kunden in die Baumärkte abwandern, hat Döring nicht: „Bei uns bekommen sie das, was sie dort vergeblich suchen.“ Auch eine einzelne Schraube, nicht bloß Großpackungen. Und wenn die Not ganz groß ist und einer mit der Bohrmaschine partout kein Loch in die Wand kriegt, hilft auch mal ein Mitarbeiter von Eisen-Döring aus. Michaela van Melis, die im Haus wohnt und dort auch eine Anwaltspraxis betreibt, schätzt das: „Man kann mit allen Problemen
kommen und es wird einem immer geholfen.